Gitarrist LEO aus Stofftier

Dieser kleine Leopard wartete bei der Caritas in Oberpullendorf in einer Wühlkiste auf mich. Sein Umbau ist den „Beschwerden“ von MitspielerInnen unter 8 Jahren zu verdanken, die endllich auch einen Rock-Gitarristen spielen wollten,

Zu Hause musste ich zuerst einmal checken, ob LEO sich überhaupt als Rocker eignete und stattete ihn provisorisch mit Gitarre, Haarschopf und Brille aus. Die Lederjacke hatte er schon bei der Caritas einem anderen Stofftier entrissen.

Da ihm die Jacke aber nicht cool genug war, musste ich sie ein bisschen aufmotzen. Nach einer qualvollen Auswahl entschieden wir uns für Aufnäher Nr. 3 🙂

Nach diesem ersten Auswahlverfahren war der schwierigste Schritt dran: Ich musste Leo den Kopf und die Vorder- und Hinterpfoten abschneiden, um sie beweglicher zu machen. Ein bisschen Füllmaterial musste ich herausnehmen, um den Körper beweglicher zu machen.

Auf dem nächsten Bild ist gut zu sehen, dass die Vorderpfoten ursprünglich zu kurz waren, um die Gitarre zu halten oder zu spielen. Auf dem zweiten Bild unten kann man sehen, dass LEO einen kurzen dünnen Hals für das absolut notwendige Headbanging erhalten hat. Die Vorderpfoten wurden auch schon verlängert.

Natürlich ist es praktisch, wenn man eine Kiste mit allen möglichen Stoffen zur Verfügung hat. Es macht aber auch nichts, wenn man einen anderen Stoff zur Verlängerung verwendet. Bunte Varianten schauen auch immer sehr lustig aus.

Zum Schluss wurden die Beinchen bzw. Hinterpfoten verlängert, damit Leo auch ordentlich tanzen kann.

Jetzt fehlen nur noch die Gitarre und die Schnüre, um Leo zum Rocken zu bringen. Leos Gitarre ist 26 cm lang und zugekauft (Preis zwischen 10 und 15 €).

Die Gitarre wird auf der einen Seite fix mit der Spielhand verbunden. Hier habe einfach die Pfote mit schwarzem Garn, das vor dem schwarzen Hintergrund des Gitarrenhalses kaum zu sehen ist, am Unterarm angenäht. Damit die Gitarre auf der anderen Seite nahe am Körper bleibt, habe ich hinten mit einem starken Klebeband Schlaufen angeklebt und diese dann direkt an den Körper angenäht.

Da LEO für SpielerInnen ab 5 Jahren konzipiert ist, habe ich versucht, ein einfaches Spielkreuz zu verwenden und mit möglichst wenigen Schnüren auszukommen.

Der Kopf ist links und rechts mit einer Schnur angehängt. Diese beiden Schnüre sind ganz vorne am Spielkreuz befestigt.

Eine weitere Schnur geht zum Nacken. Diese ist weiter hinten am Spielkreuz befestigt. Dadurch geht das Headbanging ganz einfach, wenn man das Spielkreuz vorne auf und ab wippt.

Die Spielhand oder Schlaghand habe ich mit schwerem Bastelton gefüllt, damit sie durch die Schwerkraft immer nach unten gezogen wird. Die Schnur zum Spielkreuz habe ich schräg über den Körper geführt und auf der Gegenseite durch den Karabiner für die Kopfschnur durchgezogen, damit die Spielhand immer direkt vor der Gitarre bleibt.

Oben am Spielkreuz schließt die Schnur zur Spielhand mit einer Perle ab, die man nach oben ziehen kann, um die Hand zu bewegen. Darunter ist eine weitere Perle als Stopper eingebaut, damit die Hand nicht zu weit nach oben geführt werden kann.
Die Greifhand ist fix mit der Gitarre verbunden und so stabil genug, also nicht am Spielkreuz befestigt.

Um die Anzahl der Schnüre möglichst gering zu halten, habe ich in diesem Fall nur einen Fuß befestigt. Die enstprechende Schnur zum Querbalken am Spielkreuz wird hinter der Gitarre geführt. Natürlich kann man auch den zweiten Fuß am anderen Ende des Querbalkens befestigen.

Und hier seht ihr Leo bei seinem ersten Auftritt in der Herrengasse im Mai 2026:

Vom ersten Moment an rockte LEO in der Herrengasse mit Puppeteers ab 5 Jahren wie ein Profi und eroberte mit seinem Charme Puppeteers und Publikum gleichermaßen!